Inklusiver Hörsaal

Uni macht Schule

Die jüngsten "Studenten" der Uni Rostock

Rostock, 30.01.2018: 
„Wer von Euch ist 7 Jahre alt? Wer ist schon 8, 9?“ Die Arme heben sich. „10?“ Keiner. So junge Studierende trifft man regelmäßig in der Kinder-Uni der Universität Rostock. Mit der heutigen Veranstaltung hat das Institut für Sonderpädagogische Entwicklungsförderung und Rehabilitation (ISER) eine neue Form ausprobiert: den inklusiven Hörsaal, federführend entwickelt von Frau Peggy Fettig, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut. Rund 60 wissbegierige Schülerinnen und Schüler der Klassen 1-3 der Rostocker Michaels- sowie Lindemann-Schule drücken gespannt und neugierig in einem der großen Hörsäle im Hautgebäude am Universitätsplatz 1 die Bänke, lauschen gebannt der Vorlesung und erfahren so zunächst Wissenswertes aus der Geschichte des Hauses. Frau Dr. phil. Marlen Eisfeld hält diesen Teil der Vorlesung, in der es vor Spannung knistert. Bei Frau Prof. Dr. Koch, welche die Vorlesung nun fortführt, lernen die jungen Studentinnen und Studenten die Traditionen der Universität Rostock kennen. Sogar ein echter Talar wird gezeigt. Die Studierenden staunen und Tobi* wird gewählt, den altehrwürdigen Koffer zu öffnen. „Und wer von Euch traut sich, Talar und Barrett einmal anzuziehen?“ Aha, eine Dekanin mit Namen Lea* also wird dereinst die Philosophische Fakultät leiten. Nach Lehre folgt eine kurze Auflockerungsübung (studieren strengt an), mit Forschung geht es weiter. Und noch einmal ist volle Konzentration gefragt, denn nun gilt es die „großen“ Kommilitonen Frau Ferman, Finck, Klick und Polkaehn, welche den letzten Teil dieser Vorlesung leiten, bei der wissenschaftlichen Auswertung des Forschungsprojektes „Wie macht Jonas am besten seine Hausaufgaben“ tatkräftig zu unterstützen. Natürlich machen (fast) alle selbst gern Hausaufgaben – ganz klar. Forschung absolviert, Lehre bestanden, 60 „kleine“ Studenten halten glücklich und aufgeregt ihre Urkunde als Absolventen des inklusiven Hörsaals an der Universität Rostock in den Händen. Und wie heißt noch das schwere lateinische Wort, welches sie heute zu Hause am Abendbrottisch, so ganz nebenbei, mal erwähnen sollen …?  

*die Namen der Kinder wurden geändert  

Autor:
Mike Lokenvitz
Universität Rostock, PHF, ISER, KIT 
Mail: mike.lokenvitz@uni-rostock.de
Tel: 2527 

Fotos:
Prof. Dr. Katja Koch
Universität Rostock, PHF, ISER
Mail: katja.koch@uni-rostock.de 
Tel:  2665